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Kapitalgesellschaft

In Deutschland gibt es verschiedene Unternehmensformen, die es Gründern und Geschäftsleuten ermöglichen, ihr Unternehmen zu gründen und zu betreiben. Eine dieser Unternehmensformen ist die Kapitalgesellschaft. 

Kapitalgesellschaft Definition

Eine Kapitalgesellschaft ist eine juristische Unternehmensform in Deutschland, bei der das Gesellschaftskapital in Form von Anteilen oder Aktien aufgeteilt ist. Dieses Kapital stammt von den Gesellschaftern oder Aktionären, die das Unternehmen gründen oder sich daran beteiligen. Im Unterschied zu Personengesellschaften wie der Einzelunternehmung oder der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist bei Kapitalgesellschaften das Kapital der Gesellschaft von den persönlichen Vermögensverhältnissen der Gesellschafter getrennt. Dies bedeutet, dass die Haftung der Gesellschafter in der Regel auf das eingebrachte Kapital beschränkt ist.

In Deutschland zählen folgende Rechtsformen zu den Kapitalgesellschaften:

  1. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Die GmbH Kapitalgesellschaft ist eine der häufigsten und bekanntesten Kapitalgesellschaften. Sie erfordert ein Mindestkapital von 25.000 Euro und bietet eine beschränkte Haftung für die Gesellschafter.
  2. Aktiengesellschaft (AG): Die AG ist eine Kapitalgesellschaft, deren Kapital in Aktien aufgeteilt ist. Diese Rechtsform eignet sich in der Regel für größere Unternehmen und erfordert ein Mindestgrundkapital von 50.000 Euro.
  3. Unternehmergesellschaft (UG): Die UG, auch bekannt als „Mini-GmbH,“ ist eine Variante der GmbH. Aufgrund des geringen Mindestkapitals ist sie also eine “kleine Kapitalgesellschaft”. Sie ermöglicht die Gründung mit einem geringeren Mindestkapital von 1 Euro, allerdings müssen mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses in die Rücklage eingestellt werden, bis das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist.

Diese drei Rechtsformen sind die gängigsten Kapitalgesellschaften in Deutschland, wobei die Wahl zwischen ihnen von verschiedenen Faktoren abhängt, wie der Unternehmensgröße, den Gründerzielen und den Kapitalanforderungen.

Anmeldung einer Kapitalgesellschaft

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft erfordert die Eintragung ins Handelsregister. Die Gewerbeanmeldung allein reicht nicht aus. Die Handelsregisteranmeldung muss beim zuständigen Amtsgericht erfolgen und beinhaltet die Angabe der Gesellschafter, des Unternehmenszwecks, der Höhe des Stammkapitals und weiterer Details zur Kapitalgesellschaft.

Stammkapital: Das Stammkapital ist das Mindestkapital, das bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft eingezahlt werden muss. Für die GmbH Kapitalgesellschaft beträgt es 25.000 Euro, für die AG Kapitalgesellschaft 50.000 Euro. Bei der UG (Unternehmergesellschaft) Kapitalgesellschaft reicht ein Euro aus, allerdings müssen mindestens 25 Prozent des Jahresüberschusses in die Rücklage eingestellt werden, bis das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist.

Gründungsschritte: Die Gründung einer Kapitalgesellschaft umfasst folgende Schritte:

  1. Erstellung eines notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrags, der die Regeln und Struktur der Kapitalgesellschaft festlegt.
  2. Einzahlung des Stammkapitals auf ein Geschäftskonto im Namen der Kapitalgesellschaft.
  3. Einreichung der erforderlichen Unterlagen und Informationen beim zuständigen Handelsregistergericht.
  4. Zusätzlich zur Handelsregisteranmeldung kann eine Gewerbeanmeldung erforderlich sein, um das Unternehmen steuerlich zu registrieren.

Gründungskosten: Die Gründungskosten für Kapitalgesellschaften können je nach Rechtsform, Notarkosten, Anwaltsgebühren und weiteren Ausgaben variieren. In der Regel sollte man mit Kosten im Bereich von einigen tausend Euro bis zu zehntausend Euro rechnen.

Steuern/Finanzamt: Kapitalgesellschaften unterliegen der Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Sie müssen ihre Geschäftstätigkeiten beim Finanzamt anmelden und regelmäßige Steuererklärungen abgeben. Es ist wichtig, die steuerlichen Pflichten und Fristen genau zu beachten und eventuell einen Steuerberater hinzuzuziehen, um die Besteuerung effizient zu handhaben.

Insgesamt bietet die Rechtsform der Kapitalgesellschaft in Deutschland viele Vorteile, wie eine beschränkte Haftung, die Möglichkeit der Kapitalaufnahme und eine klare rechtliche Struktur. Die Wahl dieser Rechtsform erfordert jedoch sorgfältige Planung und Beachtung der gesetzlichen Anforderungen.

Kapitalgesellschaft Haftung als Unterschied Kapitalgesellschaft Personengesellschaft

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften liegt in der Haftung. Während bei Kapitalgesellschaften die Haftung auf das eingebrachte Kapital beschränkt ist, haften bei Personengesellschaften die Gesellschafter persönlich und unbeschränkt für die Verbindlichkeiten des Unternehmens.

Die Haftung bei Kapitalgesellschaften ist in der Regel auf das eingebrachte Kapital beschränkt. Das bedeutet, dass die persönlichen Vermögenswerte der Gesellschafter oder Aktionäre nicht für die Verbindlichkeiten des Unternehmens herangezogen werden können. Dieser Schutz vor persönlicher Haftung ist ein entscheidendes Merkmal der Kapitalgesellschaften.

Für wen ist die Kapitalgesellschaft Rechtsform geeignet?

Die Kapitalgesellschaft eignet sich insbesondere für Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine klare Trennung zwischen ihrem persönlichen Vermögen und dem Vermögen des Unternehmens wünschen. Dies bietet Schutz vor persönlicher Haftung für Unternehmensverbindlichkeiten. Kapitalgesellschaften sind oft die Wahl für größere Unternehmen oder wenn Investoren oder Aktionäre beteiligt sind. Eine kleine Kapitalgesellschaft ist daher eher weniger oft zu finden.

Besonderheiten der Rechtsform

Eine der Besonderheiten der Kapitalgesellschaft ist ihre Eigenschaft als eigenständige juristische Person. Eine Kapitalgesellschaft kann Verträge abschließen, Vermögen besitzen und vor Gericht auftreten, unabhängig von den Gesellschaftern oder Aktionären. Kapitalgesellschaften in Deutschland weisen einige besondere Merkmale und Eigenschaften auf:

Eine der markantesten Besonderheiten ist die beschränkte Haftung der Gesellschafter oder Aktionäre. Das bedeutet, dass diese in der Regel nur bis zur Höhe ihres eingebrachten Kapitals für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haften und persönlich geschützt sind. Kapitalgesellschaften werden als eigenständige juristische Personen betrachtet.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist das Stammkapital, das bei der Gründung aufgebracht werden muss. Die Höhe variiert je nach Rechtsform, wobei die GmbH ein Mindestkapital von 25.000 Euro und die AG von 50.000 Euro erfordert.

Kapitalgesellschaften haben klar definierte Organe wie die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat (bei der AG). Diese Organe sind für die Leitung und Überwachung des Unternehmens verantwortlich.

Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Rechnungslegung und Offenlegung. Das bedeutet, dass Kapitalgesellschaften Jahresabschlüsse erstellen und veröffentlichen müssen, um Transparenz und Einblicke in ihre finanzielle Situation zu gewähren.

Die Möglichkeit zur Kapitalaufnahme ist ein weiteres bedeutendes Merkmal. Kapitalgesellschaften können Kapital von Investoren, Kapitalgebern und Aktionären aufnehmen, da sie Anteile oder Aktien ausgeben können, was die Finanzierung und das Wachstum des Unternehmens erleichtert. Die Besteuerung erfolgt auf Unternehmensebene, und Gewinne können erst bei Ausschüttung an die Anteilseigner individuell besteuert werden.

Kapitalgesellschaften sind unabhängig von den Gesellschaftern oder Aktionären lebensfähig und können auch nach Veränderungen im Gesellschafterkreis weiterexistieren. Der Betrieb wird nicht durch solche Veränderungen beeinträchtigt.

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft erfordert notariell beglaubigte Gesellschaftsverträge, Eintragungen im Handelsregister und die strikte Beachtung verschiedener rechtlicher Vorschriften. Dies geht mit entsprechenden Kosten und bürokratischen Verpflichtungen einher.

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Stand: Januar 2024

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