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Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist eine Steuer auf den Umsatz bzw. Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Sie wird in vielen Ländern erhoben und ist in der Regel eine indirekte Steuer, das heißt, sie wird vom Endverbraucher bezahlt. Unternehmen fungieren dabei als Steuereinnehmer für den Staat: Sie berechnen die Umsatzsteuer auf ihre Produkte oder Dienstleistungen und führen diesen Betrag an das Finanzamt ab.

Das Besondere an der Umsatzsteuer ist, dass sie auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette erhoben wird – vom Rohmateriallieferanten bis zum Einzelhandel. Jedoch können Unternehmen, die selbst Vorleistungen beziehen (z.B. Material oder Dienstleistungen), die darauf gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer von ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Umsatzsteuer letztlich nur vom Endverbraucher getragen wird.

Die Höhe der Umsatzsteuer variiert von Land zu Land und oft auch innerhalb eines Landes je nach Art der Ware oder Dienstleistung. In vielen Ländern gibt es reduzierte Sätze für bestimmte Güter des täglichen Bedarfs oder für Dienstleistungen von allgemeinem Interesse.

Hier zu den Informationen zur Umsatzsteuer-Identifikationsnummer!

Unterschied Umsatzsteuer Mehrwertsteuer

Der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer kann manchmal verwirrend sein, da die Begriffe in verschiedenen Kontexten und Ländern unterschiedlich verwendet werden. Grundsätzlich beziehen sich beide Begriffe auf eine Art von Steuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben wird. 

  • Umsatzsteuer: Der Begriff „Umsatzsteuer“ wird oft als allgemeiner Ausdruck für eine Steuer auf Verkaufserlöse verwendet. Er bezieht sich auf die Steuer, die auf den Gesamtumsatz eines Unternehmens erhoben wird, unabhängig davon, ob dieser Umsatz aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen stammt. In manchen Ländern und Kontexten wird die Umsatzsteuer eher als globale Steuer auf den Gesamtumsatz verstanden, ohne spezifischen Bezug auf den Mehrwert in der Produktions- oder Vertriebskette.
  • Mehrwertsteuer: Die Mehrwertsteuer (MwSt.) ist eine spezifischere Form der Umsatzsteuer. Sie wird auf den „Mehrwert“ erhoben, der auf jeder Stufe der Produktion und des Vertriebs eines Produkts oder einer Dienstleistung entsteht. Das bedeutet, sie wird auf den Wertzuwachs angewendet, der bei der Transformation von Rohmaterialien zu fertigen Produkten oder bei der Erbringung von Dienstleistungen entsteht. In Systemen, die die Mehrwertsteuer verwenden, wird diese Steuer in der Regel auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette erhoben und bezahlt, wobei Unternehmen die auf ihren Einkäufen gezahlte Mehrwertsteuer von der auf ihren Verkäufen erhobenen Mehrwertsteuer abziehen können (Vorsteuerabzug).

In vielen Ländern, einschließlich der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, ist das Mehrwertsteuersystem das Standardmodell. Die Begriffe Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer werden hier oft synonym verwendet. Das Mehrwertsteuersystem soll sicherstellen, dass die Steuer letztendlich vom Endverbraucher gezahlt wird, während Unternehmen in der Lieferkette nur die Steuer auf den von ihnen geschaffenen Mehrwert verwalten.

Kurz gesagt, obwohl die Begriffe manchmal austauschbar verwendet werden, bezieht sich die Mehrwertsteuer speziell auf ein System, das den Mehrwert auf jeder Stufe der Produktion und des Vertriebs besteuert, während die Umsatzsteuer allgemeiner für eine Steuer auf Verkaufserlöse verwendet wird.

Wer muss die Umsatzsteuer zahlen?

Die Umsatzsteuer muss in der Regel von Unternehmen gezahlt werden, die Waren oder Dienstleistungen verkaufen. Dies umfasst:

  • Gewerbliche Unternehmen und Freiberufler: Jeder, der ein Gewerbe betreibt oder freiberuflich tätig ist und Waren oder Dienstleistungen verkauft, muss in der Regel Umsatzsteuer auf diese Verkäufe erheben und an das Finanzamt abführen.
  • Online-Verkäufer: Auch Personen, die Waren oder Dienstleistungen online verkaufen, fallen unter diese Regelung, vorausgesetzt, ihre Tätigkeit übersteigt eine gewisse Umsatzgrenze und wird als gewerblich eingestuft.
  • Internationale Unternehmen: Unternehmen, die grenzüberschreitend Waren oder Dienstleistungen verkaufen, müssen sich oft auch mit den Umsatzsteuerregelungen in anderen Ländern auseinandersetzen.

Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • Kleine Unternehmen: In vielen Ländern gibt es Regelungen für Kleinunternehmer, die es ihnen erlauben, keine Umsatzsteuer zu erheben und abzuführen, wenn ihr Umsatz unterhalb einer bestimmten Grenze bleibt.
  • Non-Profit-Organisationen und bestimmte Berufsgruppen: Einige Organisationen und Berufsgruppen können von der Umsatzsteuer befreit sein, abhängig von den spezifischen Gesetzen des jeweiligen Landes.

Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer - Welche Besonderheiten gibt es?

Die Kleinunternehmerregelung im Bereich der Umsatzsteuer ist eine besondere Regelung, die es kleineren Unternehmen ermöglicht, von der Pflicht zur Erhebung und Abführung der Umsatzsteuer befreit zu werden. Diese Regelung ist in verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgestaltet, aber das Grundprinzip ist ähnlich:

  • Umsatzgrenze: Ein Kleinunternehmer ist in der Regel jemand, dessen Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr eine bestimmte Grenze nicht überschritten hat und der im laufenden Jahr voraussichtlich eine festgelegte Umsatzgrenze nicht überschreiten wird. Die genauen Beträge variieren je nach Land. In Deutschland zum Beispiel lag die Grenze im Jahr 2022 bei 22.000 Euro im vorangegangenen Kalenderjahr und nicht mehr als 50.000 Euro im laufenden Jahr.
  • Verzicht auf Umsatzsteuer: Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer auf ihre Rechnungen ausweisen und abführen. Das bedeutet auch, dass sie im Gegensatz zu anderen Unternehmen keinen Vorsteuerabzug geltend machen können. Das heißt, die Umsatzsteuer, die sie auf ihre eigenen Einkäufe zahlen, können sie nicht vom Finanzamt zurückerstatten lassen.
  • Vereinfachte Buchführung: Die Kleinunternehmerregelung erleichtert die Buchführung und Verwaltung, da keine Umsatzsteuervoranmeldungen und -erklärungen abgegeben werden müssen.
  • Freiwillige Option zur Regelbesteuerung: Kleinunternehmer können sich dennoch dafür entscheiden, zur regulären Umsatzsteuerpflicht zu optieren. Dies kann vorteilhaft sein, wenn viele Geschäftspartner Vorsteuer abziehen können und daher Wert auf ausgewiesene Umsatzsteuer legen.

Wie hoch ist die Umsatzsteuer? Ein Überblick über die verschiedenen Steuersätze

In vielen Ländern gibt es unterschiedliche Umsatzsteuersätze, die je nach Art der Ware oder Dienstleistung variieren können. Hier sind einige allgemeine Kategorien, die oft unterschiedliche Steuersätze aufweisen:

  • Standardsteuersatz: Dies ist der allgemein gültige Steuersatz, der für die meisten Waren und Dienstleistungen angewendet wird. Der Standardsteuersatz liegt oft zwischen 15% und 25%. Zum Beispiel beträgt der Standardsteuersatz in Deutschland 19%, im Vereinigten Königreich 20% und in Frankreich 20%.
  • Ermäßigte Steuersätze: Viele Länder bieten reduzierte Umsatzsteuersätze für bestimmte Waren oder Dienstleistungen an. Häufig fallen darunter lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, Bücher, Medikamente und manchmal auch Dienstleistungen im Bereich Kultur, Bildung und Gesundheitswesen. Diese liegen meist zwischen 5% und 10%, können aber auch niedriger sein. Beispielsweise hat Deutschland einen ermäßigten Steuersatz von 7% für bestimmte Güter, während das Vereinigte Königreich für einige Artikel einen ermäßigten Satz von 5% anwendet.
  • Superreduzierte Steuersätze oder Steuerbefreiungen: Einige Artikel oder Dienstleistungen können superreduzierte Steuersätze oder sogar vollständige Befreiungen von der Umsatzsteuer genießen. Beispielsweise können bestimmte Lebensmittel, medizinische Produkte oder Dienstleistungen im sozialen Bereich steuerbefreit sein. Manche Länder haben superreduzierte Steuersätze, die sogar bei 1% oder 2% liegen können, oder bestimmte Artikel und Dienstleistungen sind komplett von der Umsatzsteuer befreit.
  • Höhere Steuersätze für Luxusgüter: Einige Länder erheben höhere Umsatzsteuersätze auf Luxusgüter wie teure Autos, Schmuck oder High-End-Elektronik. Diese können deutlich über dem Standardsteuersatz liegen, beispielsweise 25% bis 35% oder mehr, abhängig von der Definition und Klassifikation der Luxusgüter im jeweiligen Land.
  • Besondere Steuersätze für bestimmte Dienstleistungen: Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche oder touristische Dienstleistungen können eigenen Steuersätzen unterliegen, die sich von den Standardsteuersätzen unterscheiden. Diese variieren stark, sind aber oft ähnlich zu den ermäßigten Steuersätzen oder liegen irgendwo dazwischen. Beispielsweise könnten Hotelübernachtungen oder Restaurantbesuche mit einem Steuersatz von 10% bis 15% belegt sein.

 

Umsatzsteuererklärung - Ein Überblick über die Pflichten

Wer muss eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

  • In der Regel müssen alle Unternehmer und Unternehmen, die umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielen, eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Dies gilt auch für Kleinunternehmer, die sich für die Regelbesteuerung entschieden haben.

 

Was wird in der Umsatzsteuererklärung angegeben?

  • In der Umsatzsteuererklärung werden die im Laufe eines Jahres erzielten umsatzsteuerpflichtigen Umsätze und die darauf entfallende Umsatzsteuer angegeben.
  • Zusätzlich werden die Vorsteuern, also die Umsatzsteuerbeträge, die auf bezogene Leistungen entfallen und vom Finanzamt zurückerstattet werden können, aufgeführt.

 

Fristen und Abgabe:

  • Die Umsatzsteuererklärung muss in der Regel bis zu einem bestimmten Termin nach Ablauf des Steuerjahres abgegeben werden. Dieser Termin kann je nach Land und ggf. durch individuelle Fristverlängerungen variieren.
  • In vielen Fällen ist die elektronische Abgabe über ein Online-Steuerportal erforderlich.

 

Voranmeldungen:

  • Neben der jährlichen Umsatzsteuererklärung sind oft auch periodische Umsatzsteuervoranmeldungen erforderlich (monatlich oder vierteljährlich), in denen die Umsatzsteuer für kürzere Zeiträume berechnet und an das Finanzamt abgeführt wird.

 

Wichtigkeit genauer Aufzeichnungen:

  • Es ist wichtig, genaue Aufzeichnungen über alle umsatzsteuerrelevanten Vorgänge zu führen. Dazu gehören Rechnungen, Belege über Einkäufe und Ausgaben sowie Aufzeichnungen über erbrachte und empfangene Leistungen.

 

Kleinunternehmerregelung:

  • Kleinunternehmer, die von der Umsatzsteuer befreit sind, müssen in der Regel keine Umsatzsteuererklärung abgeben, es sei denn, sie haben sich freiwillig für die Regelbesteuerung entschieden.

 

Beratung und Software:

  • Viele Unternehmen nutzen spezialisierte Steuerberater oder Steuersoftware, um ihre Umsatzsteuererklärung korrekt und fristgerecht abzugeben.

 

Wer eine Umsatzsteuererklärung abgeben muss, braucht eine Geschäftsadresse. 

Stand: Dezember 2023

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